Ein Leben ohne Gott…
…wäre für mich wie Sonnenbaden im Nebel – eine verstellte Sicht, getrübte Lebensfreude, ein Hauch von Sinnlosigkeit, Sprechen gegen eine Wand. Es gibt viele Möglichkeiten, das auszudrücken. Atheismus – eine Weltanschauung, die ohne Gott auskommt. Viele AtheistInnen glauben nicht an Gott, weil man sie/ihn nicht beweisen kann. Ist Wasser nass? Ist grün eine Farbe? Ist Gott jemals jemandem begegnet?
Im physikalischen oder mathematischen Sinn wird sich Gott nicht beweisen lassen. Auch die vielen philosophischen Gottes-„Beweise“ werden wahrscheinlich nur wenige Menschen in Berührung bringen mit dem Urgrund des Lebens – Gott. Es stimmt, man kann ein guter Mensch sein, ohne an Gott zu glauben. Die „Fülle des Lebens“ wird aber nur die/der erfahren, die/der in Berührung oder Tuchfühlung mit dem letzten Geheimnis der Menschheit ist.
„Wie geht denn das?“ wird sich vielleicht eine Atheistin/ein Atheist fragen. Und wirklich, das ist eine gute Frage! Antworten dürfte es wohl soviele geben, wie es Sterne gibt am Himmel. Die Wege zu Gott sind vielfältig. Manche Menschen finden zu der Urkraft des Lebens durch Leid und durch durchlebte Krankheiten. Andere begegnen ihm in den Worten der Bibel. Wieder andere kommen mit Gott in Kontakt, in dem sie in Stille wahrnehmen, was ist: Geschaffenes, Gewolltes, Geliebtes. Viele Menschen erleben die Nähe Gottes in Momenten des Glücks und der Freude. Ist das wirklich Gott? Oder doch nur Selbstbetrug, Suggestion, Wirklichkeitsverweigerung?
Einmal, wenn unser irdisches Leben zu Ende geht, werden wir eine Antwort erhalten auf so manche Frage, die uns jetzt beschäftigt. Vielleicht auch eine auf die Frage nach dem Leid – wenn doch Gott ein liebender ist.
Gott, wenn ich mein Leben zurücklege in deine Hand, erfülle meine letzte Sehnsucht nach Sinn! Lass mich immer wieder neu erfahren, wie gut deine Gegenwart tut. Lass mich nicht irr werden in den Situationen der Sinnlosigkeit und Trostlosigkeit. Stärke mich durch Menschen, die mit mir auf dem Weg und auf der Suche sind.
