Mit ‘Glaubensbekenntnis’ getaggte Artikel

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Glaubensbekenntnis

12. November 2010

Ein sehr schönes Glaubensbekenntnis:

Ich glaube, dass es jemanden auf dieser Welt gibt,
Gott, der uns geschaffen hat.
Ich glaube, dass Gott überall ist und immer unter uns.
Er ist immer für uns da, wann immer wir ihn brauchen.
Man kann mit diesem Gott reden, ihm alles anvertrauen.
Glaube ist Vertrauen auf die Liebe Gottes.

Ich glaube an mich als Geschöpf Gottes.
Ich glaube, dass, egal was ich mache, tue oder sage,
Gott immer meine Freundin sein wird.
Ich glaube, dass Gott mich begleitet bei allem,
was ich mache und denke und dass sie mich immer irgendwie
in die richtige Richtung führt.

Ich vertraue darauf, dass mich die Liebe Gottes gerade in Schwierigkeiten,
in ausweglosen Situationen begleitet, führt, mich auffängt und trägt.
Ich glaube, dass Gott mich immer wieder aufnimmt,
egal wie weit ich mich von ihm verlaufen habe.

Ich glaube, dass Gott auch Verständnis hat für meine Zweifel,
die mich immer wieder `mal quälen, meine Zweifel am Glauben und an den Menschen.
Ich glaube, dass Gottes Kraft in mir wirkt und mein Leben gut sein lässt.
Ich glaube an die Menschen, ich glaube, Gott mag sie.

Ich glaube an die Kraft der Liebe und das Gute im Menschen, die Kraft,
die von einem Lächeln ausgeht oder von der Musik.
Ich glaube an die Leidenschaft, an das Feuer in mir, und dass Gott mich mit aller Schwere und Verrücktheit umfasst und durchfließt.

Ich glaube, dass ich ein klein wenig bewirken kann in der Gesellschaft,
indem ich Profil zeige.
Ich glaube an die Hoffnung, die mich jeden neuen Tag als ein
Geschenk Gottes erwarten lässt, als eine Chance,
Freundschaften zu schließen, Menschen zu helfen, glücklich zu leben.

Ich glaube an das Leben in Fülle, das du uns versprochen hast,
mit all seinen Farben, seiner satten Vielfalt, mit all seiner Liebe.
Ich glaube, dass mich bestimmt noch einiges Schöne im Leben erwartet.

(Entnommen aus: KLJB Bayern, „Landjugendgebete. Wir bewegen das Land und Gott bewegt uns…“)

Es freut mich, dass die Betreiber einer in der Diözese Linz ansäßigen Internetseite dieses Glaubensbekenntnisses veröffentlicht haben. Ich könnte mir vorstellen, dass es gut in liturgische Feiern mit / von Jugendlichen passen würde.

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Gottesliebe – Nächstenliebe. Ein Paar auf Augenhöhe

21. September 2010

„Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ Diese Worte finden wir in der Tora, dem ersten Teil der hebräischen Bibel, zugleich dem Anfang der christlichen Bibel (Buch Deuteronomium 6,4-5). Sie stellen den Kern des jüdischen Glaubensbekenntnisses dar.

Der Jude Jesus von Nazareth kannte die Heilige Schrift seines Volkes genau. Er verband dieses Gebot der Gottesliebe mit einem weiteren: Dem Gebot der Nächstenliebe, das zweigeteilt und in der Tora so formuliert ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Buch Levitikus 19,18)

An vielen Stellen im Neuen Testament ist nachzulesen, wie Jesus seine Freunde und Gegner auf diese beiden jüdischen Gebote hinweist. „Handle danach und du wirst leben“, sagt er einem Gesetzeslehrer, der ihn auf die Probe stellen will (Lukas 10,28).

Darf ich mir das also so einfach vorstellen, wie es sich anhört?
Ich möchte mit einem provokanten „Ja“ antworten. Denn die Evangelien, die sich – sehr vereinfachend – auf diese beiden Gebote reduzieren lassen, sind, was sie sind: Gute Nachricht. Die Schreiber dieser Guten Nachrichten waren Feuer und Flamme für die Sache Jesu. Keinen anderen kannten sie, der so in Gott und den Menschen verwurzelt war, wie er. Keinem anderen glaubten sie wie ihm. Keiner sprach mit Gott wie mit einem Vater und liebte die Menschen so wie er. Nur Jesus lebte ihnen Gottesliebe und Nächstenliebe so vor, dass sie selbst Feuer fingen und zu schreiben begannen.

Wenn ich ein Bild finden müsste für dieses Paar – Gottesliebe und Nächstenliebe – dann wohl am ehesten das eines gut verwurzelten Baumes. Die Wurzeln geben dem Baum Halt, widersetzen sich Wind und Sturm und nähren Äste, Blätter und Früchte. Es ist für mich das Sinnbild für Menschen, die sich nicht so leicht aus der Bahn werfen lassen. Menschen, die aus dem Erdreich (Bild für Gottes Liebe) die Kraft für sich und ihre Mitmenschen schöpfen. Eine solche Verwurzelung in der Liebe Gottes macht fähig, diese Liebe weiterzuschenken. Ausdrucksformen dafür gibt es unendlich viele. Ein Lächeln, ein Wort, eine Tat – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

In Zeiten, in denen Islam, Judentum und Christentum gegeneinander ausgespielt werden und oft als sich feindlich gegenüberstehend dargestellt werden, sollte an dieser Stelle ein Hinweis nicht fehlen: Gottesliebe und Nächstenliebe sind der Kern dieser drei Religionen. Das, was Menschen veranlasst, Gewalt anzuwenden, ist nicht die Religion oder der Glaube. Es sind jene Menschen, die Religion für politische Zwecke missdeuten und missbrauchen.

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