Das ist wohl die „Gretchenfrage“ in Bezug auf Spiritualität, Gott, Sinn, Leben. Worauf kommt es wirklich an? Jeden Sonntag in die Kirche zu gehen? Nächstenliebe zu leben? An Gott oder Jesus zu glauben? Zu beten? Ein „guter Mensch“ zu sein oder die Gebote zu halten? Nicht Gutes zu unterlassen und nicht Böses zu tun?
Wenn ich an daran denke, worauf es im Leben wirklich ankommt, kommen mir zuerst all die schlauen Bücher (Stichwort: Ratgeber-Literatur), Worte und Internet-Seiten in den Sinn, die es „ganz genau“ wissen. Deren Nennung erspare ich mir gerne. Eigentlich könnte ich diesen Eintrag hier beenden. Niemand weiß es „ganz genau“. Aber wenn man schon schreibt über das, „worauf es ankommt“, dann soll es auch ein wenig ergiebig sein im Sinne von „nicht sinnlos“.
Also: Worauf kommt es an? Vielleicht ist genau diese Frage schon der Schlüssel für die Beantwortung derselben. Soll jetzt was genau heißen? Ich meine, wer sich die Frage nach dem Sinn stellt – und das IST die Frage nach dem Sinn – der ist schon in der Spur, schon auf dem richtigen Weg. Fatal wäre vielmehr, sich die Frage nach dem Sinn NICHT zu stellen. Um biblisch zu sprechen: „Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet“ (Evangelium nach Matthäus 7,8). Noch einmal anders ausgedrückt: Der, der sich auf die Suche begibt (nach der Antwort auf den Sinn), der wird auch finden (den Sinn – des oder seines Lebens).
Worauf kommt es nun wirklich an? Auf das „auf der Suche sein“. Den Sehnsüchten nachzugeben. In dem Wort steckt ja „sehnen“ – ich deute es einmal als „sich nach existentiellen Antworten sehnen“. Ich finde meine persönlichen und existentiellen Antworten vor allem im Gebet. Und Gebet hat für mich inhaltlich mit „offen sein“, mit „sich einlassen“, mit „verfügbar bleiben“ zu tun. Und der zweite Teil des Wortes „Sehnsucht“ ist „Sucht“ bzw. „suchen“. Süchtig zu sein ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Denn gibt es auch Menschen, die nicht nach Alkohol, Sex, Konsum oder sonstwas süchtig sind, sondern vielleicht nach Gott? Ich glaube schon. Mit „Nach Gott süchtig sein“ meine ich keineswegs die Fanatiker in den Religionen – deren es ohnehin genug gibt – sondern meine ich die Menschen, jene Kinder, Männer und Frauen, die sich bewusst oder unbewusst entschlossen haben, ihr eigenes Leben in die Hände Gottes zu legen.
Gott, lass mich immer auf der Suche bleiben. Und schenke mir hin und wieder Antworten, damit ich nicht an mancher Sinnlosigkeit verzweifle. Hilf mir, mich einzulassen auf all das Verwirrende und Unklare in meinem Leben, in dem Wissen, dass DU die Frage UND die Antwort bist.
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