Mit ‘Beziehung’ getaggte Artikel

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Twitter, Facebook und co: Was bringt’s?

14. März 2010

Neben der „Web 2.0 Suicide Machine“ gibt es viele Tendenzen, sich über den Sinn oder Unsinn von Twitter, Facebook und co bewusst zu werden. Es gibt mittlerweile Programme, die einen den Ausstieg aus Social Media erleichtern wollen. Das sollte uns, die wir einen gewissen Teil unserer Zeit mit/vor dem Internet verbringen, zu denken geben.

Ich glaube nicht, dass die regelmäßige Nutzung von Social Media schon bedeutet, dass analoge Beziehungen und Erfahrungen leiden. Meiner Erfahrung nach wirken Social Media auch belebend für Beziehungen. Nicht einmal – sondern mehrere Male ergab es sich, dass ich während des Chattens auf Facebook gefragt habe, ob wir uns noch treffen. Und oft hatte das zur Folge, dass ich 20 Minuten später an einem Tisch saß mit einem Freund / einer Freundin und dann das Gespräch analog fortgesetzt habe.
Ein anderes Beispiel der Belebung von Beziehung durch Social Media sind die diversen Informationen, die zB via Twitter ausgetauscht werden. Oft sind diese Infos Anknüpfungspunkt für Austausch und Diskussion und fördern zudem die eigene Meinungsbildung.

Bedenklich würde ich Social Media dann finden, wenn sie analoge Beziehungen ersetzen oder vermindern würden. Denn kein Medium kann einen Augen-Blick, eine Berührung, die menschliche Stimme und ein Lachen ersetzen. Dass dies aber oft der Fall ist, ist eine Entwicklung, die vielleicht gerade in der Fastenzeit besondere Aufmerksamkeit verdient.

Schön ist für mich, wenn ich nach dem Sommerurlaub heimkomme und die digitale Welt wieder einigermaßen fremd für mich geworden ist. Denn da spüre ich, dass ich trotz vieler Aktivitäten im Web bzw. Web 2.0 mich nicht verändert habe.

Gott, schenke mir in den vielen Verwicklungen der digitalen Kommunikation die Gabe der Unterscheidung. Hilf mir, das Netz aus Beziehungen, in dem ich mich bewege, real und online gut zu nutzen. Danke für jede Begegnung, die mich reich macht.

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Das Geschenk des Alltags

30. Dezember 2009

Den Alltag haben bereits viele für sich als spirituelle Quelle und Übungsfeld entdeckt. Auch mich fasziniert die Achtsamkeit auf das Alltägliche. Aber was heißt das? Für mich ist das nicht der Anspruch, das Banale zu perfektionieren, um das Alltägliche erst wieder zu etwas Besonderem zu machen. Achtsam zu sein auf den Alltag heißt für mich, die täglich wiederkehrenden Augenblicke, Bewegungen, Handlungen, Wortwechsel usw. nicht gering zu bewerten. Warum? Weil sich das Leben zu einem Großteil im ganz normalen Tagesablauf abspielt. Und wenn ich glaube, dass ich wert bin, zu leben, dann verstehe ich mein Dasein als Geschenk. Und über Geschenke freue ich mich, ich betrachte sie, bewundere sie vielleicht, oder ich ärgere mich auch darüber.

Jeden Tag stehe ich auf. Jeden Tag gehe ich schlafen. Ich esse, trinke, rede, schweige. Gewisse Dinge wiederholen sich an jedem normalen Tag. Und trotzdem sind sie jeden Tag ein bisschen anders oder ganz anders. Darin liegt ein gewisser Reiz, der die Tage auf eine ganz besondere Weise erfüllt und bis zu einem gewissen Grad auch erfüllend sein lässt. Noch reizvoller wird diese achtsame Betrachtung des Alltags, wenn ich den Blick auch immer wieder von mir selbst wegwende, um die Menschen in meiner näheren Umgebung bewusst wahrzunehmen. Manche Menschen sehe ich fast jeden Tag. Meine Frau, meinen Mann, meine Arbeitkolleginnen und –kollegen, vielleicht die Postbotin oder den Verkäufer im Supermarkt. Ich stelle mir Fragen wie „Woran denkt dieser Mensch gerade?“ oder „Was wird wohl der Grund für ihre gute Laune an diesem Tag sein?“.

Im tiefsten Inneren glaube ich daran, dass das Leben sich mir zu erklären versucht, wenn ich aufnahmebereit bin für das, was mir begegnet. Und wenn ich ganz genau hinschaue, hinhöre, hinspüre, dann weiß ich: Gott begegnet mir im Alltag.

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