
Sauber machen
17. März 2011Heute bin ich für 15 Minuten aus dem Alltag ausgestiegen und hab mich in die (fast) leere Ursulinenkirche in Linz gesetzt, um mir Zeit zu nehmen. Ich bin mit dem Vorsatz in die Kirche, ein paar Minuten mein ganzes Sein Gott zur Verfügung zu stellen. Meine Seele, mein Hirn, meine Sinne einmal dem hinhalten, der mich von innen und außen kennt.
Ein wenig irritiert war ich, als ich sah, wie im Altarraum zwei Männer in Arbeitsanzügen geputzt haben: einer hat mit dem Staubsauger einen Teppich bearbeitet, der andere hat über Marmor gewischt. Zwei in “zivil” gekleidete Menschen haben die Arbeit der Reinigungskräfte kontrolliert, mit dem Finger drüber gewischt und ebenfalls etwas erledigt.
Ich war so auf Stille und Ruhe eingestellt gewesen. Nichts wars. Ich bin sitzengeblieben, habe mir gedacht: auch das gehört zum Alltag eines Gotteshauses, dass geputzt wird. Normalerweise zwar nicht von Männern, das war eine wohltuende Abwechslung, aber doch.
Jetzt am Abend, im Nachhinein, ist mir etwas bewusst geworden. Manchmal sind es die einfachen Dinge, die sprechen. Die Fastenzeit hat auch was mit sauber machen zu tun, mit Ordnung machen. Von Zeit zu Zeit gehört mancher Dreck entfernt, Erstarrtes muss abgewischt werden, es muss wieder sauber werden. Es gehört ausgemistet. Gewand, Bücher, Angesammeltes. Es muss Platz geschaffen werden, damit Gott sich wieder zu Hause fühlen kann. In der Wohnung, in SEINER Wohnung, in meinem Geist, in meinem Körper, in meiner Seele.
Und weil ich die Putztruppe während meiner “Stille” ausgehalten habe, hat Gott einen Weg gefunden, mir etwas zu sagen. Unscheinbar, einfach, genial.