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Sauber machen

17. März 2011

Heute bin ich für 15 Minuten aus dem Alltag ausgestiegen und hab mich in die (fast) leere Ursulinenkirche in Linz gesetzt, um mir Zeit zu nehmen. Ich bin mit dem Vorsatz in die Kirche, ein paar Minuten mein ganzes Sein Gott zur Verfügung zu stellen. Meine Seele, mein Hirn, meine Sinne einmal dem hinhalten, der mich von innen und außen kennt.

Ein wenig irritiert war ich, als ich sah, wie im Altarraum zwei Männer in Arbeitsanzügen geputzt haben: einer hat mit dem Staubsauger einen Teppich bearbeitet, der andere hat über Marmor gewischt. Zwei in “zivil” gekleidete Menschen haben die Arbeit der Reinigungskräfte kontrolliert, mit dem Finger drüber gewischt und ebenfalls etwas erledigt.

Ich war so auf Stille und Ruhe eingestellt gewesen. Nichts wars. Ich bin sitzengeblieben, habe mir gedacht: auch das gehört zum Alltag eines Gotteshauses, dass geputzt wird. Normalerweise zwar nicht von Männern, das war eine wohltuende Abwechslung, aber doch.

Jetzt am Abend, im Nachhinein, ist mir etwas bewusst geworden. Manchmal sind es die einfachen Dinge, die sprechen. Die Fastenzeit hat auch was mit sauber machen zu tun, mit Ordnung machen. Von Zeit zu Zeit gehört mancher Dreck entfernt, Erstarrtes muss abgewischt werden, es muss wieder sauber werden. Es gehört ausgemistet. Gewand, Bücher, Angesammeltes. Es muss Platz geschaffen werden, damit Gott sich wieder zu Hause fühlen kann. In der Wohnung, in SEINER Wohnung, in meinem Geist, in meinem Körper, in meiner Seele.

Und weil ich die Putztruppe während meiner “Stille” ausgehalten habe, hat Gott einen Weg gefunden, mir etwas zu sagen. Unscheinbar, einfach, genial.

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Sympathie wie noch nie…

12. Dezember 2010

Den Song “Sympathie” von Emil Tischbein finde ich großartig. Er drückt so einfach aus, was Sympathie bedeutet: ein unbeschreibliches Gefühl, das die Mundwinkel nach oben zieht. Und ich hab so ein Gefühl. Kurze Sätze, die viel zum Ausdruck bringen. In Verbindung mit Musik, die zu guter Stimmung animiert.

So geht es mir in meiner Beziehung zu Gott. Da ist Sympathie, gegenseitig. Und immer wieder zieht es mir die Mundwinkel nach oben, wenn ich über das Leben lachen muss und staune, dass es so viel Gutes gibt, dass Menschen zu so viel Positivem fähig sind. Einfach großartig!

Ich gebe zu, es zieht mir die Mundwinkel auch immer wieder nach unten. That’s life. So ist das Leben. Trotzdem lasse ich mich gerne anstecken, von Menschen, die Positives ausstraheln, die von göttlicher Liebe durchdrungen sind und dies auch nach außen tragen.

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Glaubensbekenntnis

12. November 2010

Ein sehr schönes Glaubensbekenntnis:

Ich glaube, dass es jemanden auf dieser Welt gibt,
Gott, der uns geschaffen hat.
Ich glaube, dass Gott überall ist und immer unter uns.
Er ist immer für uns da, wann immer wir ihn brauchen.
Man kann mit diesem Gott reden, ihm alles anvertrauen.
Glaube ist Vertrauen auf die Liebe Gottes.

Ich glaube an mich als Geschöpf Gottes.
Ich glaube, dass, egal was ich mache, tue oder sage,
Gott immer meine Freundin sein wird.
Ich glaube, dass Gott mich begleitet bei allem,
was ich mache und denke und dass sie mich immer irgendwie
in die richtige Richtung führt.

Ich vertraue darauf, dass mich die Liebe Gottes gerade in Schwierigkeiten,
in ausweglosen Situationen begleitet, führt, mich auffängt und trägt.
Ich glaube, dass Gott mich immer wieder aufnimmt,
egal wie weit ich mich von ihm verlaufen habe.

Ich glaube, dass Gott auch Verständnis hat für meine Zweifel,
die mich immer wieder `mal quälen, meine Zweifel am Glauben und an den Menschen.
Ich glaube, dass Gottes Kraft in mir wirkt und mein Leben gut sein lässt.
Ich glaube an die Menschen, ich glaube, Gott mag sie.

Ich glaube an die Kraft der Liebe und das Gute im Menschen, die Kraft,
die von einem Lächeln ausgeht oder von der Musik.
Ich glaube an die Leidenschaft, an das Feuer in mir, und dass Gott mich mit aller Schwere und Verrücktheit umfasst und durchfließt.

Ich glaube, dass ich ein klein wenig bewirken kann in der Gesellschaft,
indem ich Profil zeige.
Ich glaube an die Hoffnung, die mich jeden neuen Tag als ein
Geschenk Gottes erwarten lässt, als eine Chance,
Freundschaften zu schließen, Menschen zu helfen, glücklich zu leben.

Ich glaube an das Leben in Fülle, das du uns versprochen hast,
mit all seinen Farben, seiner satten Vielfalt, mit all seiner Liebe.
Ich glaube, dass mich bestimmt noch einiges Schöne im Leben erwartet.

(Entnommen aus: KLJB Bayern, „Landjugendgebete. Wir bewegen das Land und Gott bewegt uns…“)

Es freut mich, dass die Betreiber einer in der Diözese Linz ansäßigen Internetseite dieses Glaubensbekenntnisses veröffentlicht haben. Ich könnte mir vorstellen, dass es gut in liturgische Feiern mit / von Jugendlichen passen würde.

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Immer gleich, und doch anders

2. November 2010

Ein Fotoalbum. Menschen staunen beim Anblick ihrer äußeren Veränderung. Vom Kind zum Mann oder zur Frau. Menschen bleiben gleich, die Identität umfasst die Person von der Zeugung bis zum Tod. Und trotzdem passiert ständige Veränderung. Kinder erleben sich und die Welt anders als Erwachsene. Und jeder Mensch erlebt das, was um ihn herum passiert, wiederum anders. Fragen sie 20 Menschen, die ein Theaterstück gesehen haben, was sie erlebt haben. Das wird 20 verschiedene Antworten erzeugen.

Unser Leben ist in erster Linie Veränderung. Und zwar in vielfacher Hinsicht. Im Laufe der Zeit verändern sich Körpergröße, Haarfarbe, Geruch, Ausdünstung, Hautfarbe und –form, Gesichtszüge, Lachfalten. Auch innen ändert sich einiges. Organe altern, Gelenke nutzen sich ab, Muskel bauen sich auf oder ab.

Neben dem, was sich körperlich tut, verändert sich vor allem auch unser Intellekt, unser Gemüt, unsere Einstellung zum Leben, unsere Haltung uns selbst gegenüber, den Menschen und den Dingen um uns herum. Es ändert sich auch, woran wir glauben.

Das provoziert die Frage nach dem Gleichbleibenden, der Kontinuität. Wenn sich ohnehin alles ändert, was bleibt dann eigentlich gleich? Ich kann diese Frage nur für mich selbst beantworten. Mein Kontinuum ist Gott. Würde man mich fragen, ob sich denn mein Gottesbild nie verändert hat, ob mein Glaube immer gleich geblieben ist, müsste ich trotzdem verneinen. Mein Gottesbild und mein Glaube ändern sich jeden Tag, müsste ich ehrlicherweise sagen. Nicht immer ganz bewusst, nicht immer in eine Richtung, die gut ist, aber trotzdem: Mein Gott ist jeden Tag anders.

Warum ist sie dann trotzdem das Gleichbleibende in meinem Leben? Das, was gleich bleibt, ist, dass sie da ist. Dass sie mit geht. Dass sie mit lacht, hüpft, tanzt, trauert und weint. Dass sie mit mir wütend ist, mit mir dem Leben den Frust ins Gesicht schreit. Und dann wieder einfach mit mir spazieren geht, Rad fährt und unterrichtet. Gott ist da. Sie liebt mich auf eine ganz besondere Weise. Manchmal so, dass ich nicht einmal weiß, ob sie da ist oder mir auch nur zuhört. Manchmal so, dass sich ausgehend von meinem Herzen Wärme im ganzen Körper verbreitet. Und das Schönste daran ist: sie ist jeden Tag neu. Sie verändert sich, sie ist dynamisch. Manchmal ist Gott für mich auch ein Mann, oder ein Baum, an dem ich mich anlehnen und festhalten kann.

„Du bist wirklich ein Spinner! Du lebst in einer Phantasiewelt!“, höre ich manche vor meinem inneren Ohr sagen, die mit Gott so gar nichts anfangen können. Für mich eines der schönsten Komplimente. Denn bei weitem nicht alle Menschen können von sich sagen, dass sie in einer Welt leben, in der sie sich wohl fühlen. Ich möchte die Ansage Jesu, von den Kindern zu lernen, auch so verstehen, dass ich von den Kindern lernen darf, in einer Art Phantasiewelt zu leben. Das ist keine andere Welt als die Welt, wie sie uns in den Fernseh-Nachrichten vor Augen geführt wird. Es gibt nur diese EINE Welt, nur diese eine Wirklichkeitt. Aber jede und jeder erlebt sie anders. Ich erlebe sie bei all den Härten und Kälten, die mir unterstellt werden und täglich begegnen, als eine glückliche, zufriedene und lustvolle Welt.

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Gottesliebe – Nächstenliebe. Ein Paar auf Augenhöhe

21. September 2010

„Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ Diese Worte finden wir in der Tora, dem ersten Teil der hebräischen Bibel, zugleich dem Anfang der christlichen Bibel (Buch Deuteronomium 6,4-5). Sie stellen den Kern des jüdischen Glaubensbekenntnisses dar.

Der Jude Jesus von Nazareth kannte die Heilige Schrift seines Volkes genau. Er verband dieses Gebot der Gottesliebe mit einem weiteren: Dem Gebot der Nächstenliebe, das zweigeteilt und in der Tora so formuliert ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Buch Levitikus 19,18)

An vielen Stellen im Neuen Testament ist nachzulesen, wie Jesus seine Freunde und Gegner auf diese beiden jüdischen Gebote hinweist. „Handle danach und du wirst leben“, sagt er einem Gesetzeslehrer, der ihn auf die Probe stellen will (Lukas 10,28).

Darf ich mir das also so einfach vorstellen, wie es sich anhört?
Ich möchte mit einem provokanten „Ja“ antworten. Denn die Evangelien, die sich – sehr vereinfachend – auf diese beiden Gebote reduzieren lassen, sind, was sie sind: Gute Nachricht. Die Schreiber dieser Guten Nachrichten waren Feuer und Flamme für die Sache Jesu. Keinen anderen kannten sie, der so in Gott und den Menschen verwurzelt war, wie er. Keinem anderen glaubten sie wie ihm. Keiner sprach mit Gott wie mit einem Vater und liebte die Menschen so wie er. Nur Jesus lebte ihnen Gottesliebe und Nächstenliebe so vor, dass sie selbst Feuer fingen und zu schreiben begannen.

Wenn ich ein Bild finden müsste für dieses Paar – Gottesliebe und Nächstenliebe – dann wohl am ehesten das eines gut verwurzelten Baumes. Die Wurzeln geben dem Baum Halt, widersetzen sich Wind und Sturm und nähren Äste, Blätter und Früchte. Es ist für mich das Sinnbild für Menschen, die sich nicht so leicht aus der Bahn werfen lassen. Menschen, die aus dem Erdreich (Bild für Gottes Liebe) die Kraft für sich und ihre Mitmenschen schöpfen. Eine solche Verwurzelung in der Liebe Gottes macht fähig, diese Liebe weiterzuschenken. Ausdrucksformen dafür gibt es unendlich viele. Ein Lächeln, ein Wort, eine Tat – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

In Zeiten, in denen Islam, Judentum und Christentum gegeneinander ausgespielt werden und oft als sich feindlich gegenüberstehend dargestellt werden, sollte an dieser Stelle ein Hinweis nicht fehlen: Gottesliebe und Nächstenliebe sind der Kern dieser drei Religionen. Das, was Menschen veranlasst, Gewalt anzuwenden, ist nicht die Religion oder der Glaube. Es sind jene Menschen, die Religion für politische Zwecke missdeuten und missbrauchen.

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Religious Art – Vom Ernst der Nachfolge

5. September 2010

Evangelium vom Sonntag, 5. September 2010: Lk 14,25-33

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Vom Ernst der Nachfolge

4. September 2010

Evangelium zum Sonntag 5. September 2010, Lk 14,25-33

Viele Menschen begleiteten ihn; da wandte er sich an sie und sagte:
Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau  begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit  zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz  verzichtet.

Gerade vor ein paar Tagen habe ich in dem christlichen Magazin „Publik Forum“ den Artikel des 1988 geborenen Steve Henkel gelesen. Er studiert Evangelische Theologie in Bonn und ist enttäuscht von TheologInnen und Gläubigen, die zwar vom Evangelium reden, aber den Ernst der Sache verkennen, wie es ihm, und auch mir, scheint. „Ich kann und will mir keine Kirche vorstellen, in der immer alles nett und kuschelig ist“, meint Henkel. Und ehrlich gesagt, eine „nette und kuschelige“ Kirche, das widerspricht auch meiner Wahrnehmung dessen, was Jesus denen zumutet, die ihm nachfolgen wollen.

Das heutige Evangelium „Vom Ernst der Nachfolge“ führt uns vor Augen, wie „ernst“ es werden kann. Im Extremfall ist die Familie und das eigene Leben sogar gering zu achten. Und hier geht es nicht um den übertragenen Sinn, sondern was hier gemeint ist, haben uns Menschen wie Dietrich Bonhoeffer und Franz Jägerstätter, und natürlich die Tausenden davor, vor Augen geführt. Alle, die dem Beispiel Jesu gefolgt sind und der Wahrheit durch die Hingabe des eigenen Lebens zum Durchbruch verholfen haben. Das ist die eine Seite des „Ernstes“. So wie die Träne aber Symbol der Trauer als auch der Freude ist, so ist es auch das Kreuz.

Die zweite Seite des von Jesus geforderten „Ernstes der Nachfolge“ ist die unübertroffene Freude der Auferstehung. Der Tod ist nicht das Ende. Das letzte Wort ist nicht der Tod, sondern das Leben. Und zwar nicht irgendein Leben, sondern das Leben mit Gott, das Leben in Fülle. Und es gibt kaum Menschen, die nicht schon an irgendeinem Punkt im Leben erleben konnten, wie nahe Leid und Freude beisammen liegen. Und deshalb werden die Erkenntnisse vom „Ernst der Nachfolge“ auch niemals veralten. Weil sie im Wesen des Menschen verankert sind. Freilich, es ist schon lohnend, die Geschichte von Kreuz und Auferstehung immer wieder in eine verständliche Sprache zu kleiden. Aber das Kreuz aus der Rede vom Evangelium zu streichen, wäre fatal. Denn wer Jesus im „Kuschelkurs“ nachfolgen will, folgt einer Götze nach.

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Vergelt’s Gott

29. August 2010

Sonntagsevangelium vom 29.8.2010 (dioezese-linz.at): Lk 14,1.7-14

“Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten”, belehrt Jesus Menschen im Haus eines Pharisäers. Es ist “nur” ein kleiner Teil des heutigen Evangeliums, regt aber doch sehr zum Denken an. Scheinbar ist es besser, zu geben in Situationen, in denen nicht vergolten werden kann. Denn dann kann Gott “vergelten” – hier ist das Wort im Gegensatz zum häufigen Sprachgebrauch positiv verwendet. Wenn Gott etwas Gutes vergilt, dann meint das meiner Meinung nach einen positiven Prozess, der im Wesen des Gebers, der Geberin, gestartet wird. Ich glaube, man könnte diesen Prozess auch noch anders beschreiben: Echte Liebe beginnt dort, wo keine Gegenliebe mehr erwartet wird, wenn man sich einfach beschenken lässt. Von den Menschen. Von Gott.

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Gebet

9. Juli 2010

Gott,
ich stehe zu dir, so wie du zu mir stehst.
Vieles verunsichert mich,
wenn ich die Kirche betrachte,
mit ihren Schönheiten
und ihren Narben.

Ich bitte dich:
Lass uns Menschen
einen gemeinsamen Weg finden,
der uns zum tiefsten Geheimnis führt:
Dem Geheimnis des Lebens.
Lass uns nicht vergessen,
dass wir durch dich, Gott,
Mutter und Vater,
wie Kinder und Geschwister leben auf dieser Erde.
Lass uns nicht vergessen,
dass jedes Gebet und alles Tun
schließlich einmal münden wird
in der Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte.

Gott,
ich danke dir:
für alle Menschen, die ihr Suchen noch nicht abgeschlossen haben,
für die vielen, die noch immer auf dem Weg sind,
für alle die gegen Unmenschlichkeit und Unrecht auftreten,
und für alle, die sehen, was ist.

Gott,
dein Wesen fasziniert mich,
weil es mir immer wieder aufs Neue bewusst macht,
was es heißt,
ein Lebender,
ein Liebender,
ein Versagender,
ein Eckig-Kantiger
und Vergebender
zu sein.

Danke, Gott,
dass du den Weg gehst mit uns!

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Mein Kirchenwunsch

29. Mai 2010

Das Projekt #Kirchenwunsch fordert heraus. Wünsche an die Kirche zu formulieren ist vieles zu gleich: aufmunternd, herausfordernd, in einer Zeit des erschütterten Vertrauens in die Institution aber auch die Möglichkeit, mitzudenken und mitzubeten.

Ich kenne das Lied der Toten Hosen „Wünsch dir Was“ – dabei geht es unter anderem um die Wiederauferstehung des Heiligen Geistes, über den Wunsch, dass Gut über Böse triumphiert.
Ist das nicht etwas vereinfacht und naiv, der kindliche Wunsch, dass Gut über Böse triumphiert?
Ich glaube an den Heiligen Geist und vor allem an die Macht des Guten als ein Potential, das allen Menschen zugänglich ist – nicht nur im Gebet, sondern auch und vor allem in den vielen Handlungen, die dem Leben und dem Glauben eine Richtung geben.

Etwas bedauerlich ist für viele, dass manches Bemühen und mancher Wusnch um eine „Kirchenrenovierung“, wenn überhaupt gehört, auf Unverständnis und Widerstand stößt – nämlich dort, wo am Meisten beweget werden könnte.

Wenn ich meinen persönlichen Kirchenwunsch formuliere, so ist es das Hoffen auf ein Brausen des Heiligen Geistes, der alles Bemühen um eine Kirche im Geiste Jesu in ein Miteinander aller Getauften münden lässt.

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